Die Trennung von Puppen und Käfern ist einer der wichtigsten Schritte in der Mehlwurmzucht. Wird dieser Schritt vernachlässigt, kann es zu erheblichen Verlusten kommen. Puppen sind wehrlos und können von Larven oder Käfern beschädigt oder sogar gefressen werden. Eine saubere Trennung sorgt für einen stabilen Zuchtzyklus und eine gleichmäßige Vermehrung.
In diesem Beitrag erfährst du, warum die Trennung wichtig ist, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist und wie du dabei am besten vorgehst.
Warum müssen Puppen und Käfer getrennt werden?
Mehlwürmer durchlaufen vier Entwicklungsstadien:
- Ei
- Larve (Mehlwurm)
- Puppe
- Käfer
Während die Larven sehr aktiv sind, ist die Puppe bewegungslos und schutzlos. In einer gemeinsamen Box kann es passieren, dass:
- Larven an Puppen knabbern
- Käfer Puppen beschädigen
- der Zuchtzyklus gestört wird
Eine getrennte Haltung erhöht die Überlebensrate deutlich und sorgt für eine stabile Population.
Der richtige Zeitpunkt zum Trennen
Sobald sich eine Larve verpuppt, sollte sie möglichst zeitnah umgesetzt werden. Typische Merkmale einer Puppe:
- hell gefärbt (weißlich bis cremefarben)
- deutlich kürzer als die Larve
- gekrümmte Form
- keine aktive Fortbewegung
Idealerweise kontrollierst du deine Zuchtbox regelmäßig und sammelst neu entstandene Puppen vorsichtig ab.
Wie trennt man Puppen richtig?
1. Separate Box vorbereiten
Die Puppen benötigen kein Futter. Eine kleine, saubere Box mit etwas Substrat oder Küchenpapier genügt. Wichtig ist:
- trockene Umgebung
- gute Belüftung
- keine Feuchtfutterreste
2. Puppen vorsichtig umsetzen
Am besten mit:
- einem kleinen Löffel
- oder per Hand (sauber und vorsichtig)
Die Puppen sind empfindlich – nicht drücken oder quetschen.
Käfer nach dem Schlupf umsetzen
Nach einigen Tagen bis Wochen schlüpfen aus den Puppen helle Mehlkäfer. Diese sollten wiederum in eine separate Käferbox gesetzt werden. Dort legen sie Eier in das Substrat.
Wichtig:
- ausreichend Substrat (z. B. Haferflocken)
- regelmäßiger Substratwechsel
- Käfer nach einigen Wochen entfernen, um Überbevölkerung zu vermeiden
So entsteht ein kontrollierter Zuchtkreislauf.
Häufige Fehler beim Trennen
- Puppen zu lange in der Larvenbox belassen
- Käfer nicht regelmäßig umsetzen
- zu viele Tiere in einer Box
- fehlende Hygiene
Diese Fehler können zu geringerer Schlupfrate und instabiler Zucht führen.
Wie oft sollte kontrolliert werden?
Eine tägliche Kontrolle ist nicht zwingend nötig. In der Praxis reicht es meist:
- alle 1–3 Tage nach Puppen zu sehen
- Käfer regelmäßig in neue Substratboxen umzusetzen
Wichtig ist ein gleichmäßiger Rhythmus, ohne die Tiere ständig zu stören.
Fazit: Saubere Trennung = stabile Zucht
Die Trennung von Puppen und Käfern ist kein komplizierter, aber ein entscheidender Schritt. Mit etwas Aufmerksamkeit lässt sich die Überlebensrate deutlich erhöhen und die Zucht langfristig stabilisieren.
Wer mehrere Boxen einsetzt, kann den Zuchtzyklus klar strukturieren und behält jederzeit den Überblick über Larven, Puppen und Käfer.
